Wir hatten, bevor Pachuli zu uns kam, 4 Wellensittiche und 2 Nympfensittiche. Letztere sind vorher altersbedingt gestorben und die Diskussion lebte wieder auf, Ersatz für diese 2 schönen Vögel anzuschaffen. Aber der absehbare Einzug von Pachuli vereitelte letztlich, diese Gedanken in die Tat umzusetzen.
Pachuli beobachtet ganz genau die Vögel im Käfig
Pachulis Interesse galt natürlich vordergründig den Vögeln, nachdem sie ausgiebig ihr neues Zuhause erkundet hatte. Die Fische im Aquarium waren ja auch interessant, aber still und hinter dickem Glas, dann doch eher die Vögel, die zwitscherten und flatterten, und die damit für die Jägerin eine echte Herausforderung darstellten. Nur dumm, dass die Käfigstäbe sehr eng waren. Aber eine Katze hat Zeit, viel Zeit, und das Irgendwann trat auch tatsächlich ein.

Meine Frau machte mal wieder den Käfig sauber und ohne ihr Wissen hatte sich Pachuli wieder ins Wohnzimmer geschlichen. Elke nahm den Käfig von der Wanne ab und setzte ihn mit den Vögeln darin vorsichtig auf eine Unterlage auf den Boden. Erfahrungsgemäß verhielten die Vögel sich still auf ihren Stangen und warteten ab. Doch diesmal war alles anders. Der Käfig war schon fast auf dem Boden, da flog Elmar todesmutig durch den verbleibenden Spalt heraus. Wie ein geölter Blitz schattengleich war Pachuli zur Stelle, es gab einen kleinen Knacks und Elmar war nicht mehr.

Wir waren wie erstarrt. Der arme Elmar. Nun nicht das Falsche tun. Also wurde Pachuli gelobt, was für eine gute Jägerin sie doch war. Aber der Schock saß tief. Yvonne weinte um ihren armen Elmar und wollte von Pachuli nichts mehr wissen. Dann am Abend die neuerliche Diskussion, sich von den Vögeln zu trennen. Yvonne wollte nicht einsehen, dass es irgendwie auch Tierquälerei ist, wenn die Vögel den täglichen Stress durch die Bedrohung von Pachuli haben. Yvonne wollte das absolut nicht einsehen, dass sie sich von ihren so heiß geliebten Vögeln trennen soll. So wurde die Diskussion vertagt, denn ein „entweder oder“ gab es nicht.

Pachuli schaffte klare Verhältnisse. In der darauf folgenden Nacht hatte sie doch tatsächlich einen Vogel am Flügel erwischt, der den Käfigstangen zu nahe kam auf der Seite, an die die Katze herankam. Nun war das nicht weiter dramatisch, der Vogel erholte sich wieder, aber die Entscheidung war gefallen. Eine Woche später hatten wir die Vögel samt Käfig und allem Zubehör und Futter verschenkt. Der Beschenkte wollte das nicht glauben, und gab jedem Kind 10 Euro in die Sparbüchse.

Und so war die Welt für alle wieder in Ordnung. Aber manchmal denken wir an die kleine Vogelseele Elmar.


zur nächsten Geschichte

nach oben

senkrechte Linie

Katzengeschichten - Die Geschichte mit den Vögeln