Kleines Kopfbild von Pachuli als Texttrenner

Kaum ein anderes Tier als die Katze – heute bei uns eines der beliebtesten Haustiere – hat im Menschen so widersprüchliche Empfindungen geweckt. Als Göttertier von den alten Völkern verehrt, als Teufelstier im Mittelalter verfolgt, sowohl Unglücksbringerin wie auch Glücksbotin, Sühneopfer, Opfer von allerlei Zaubereien und einem breiten Spektrum von Aberglauben, hat sie in den Jahrtausenden seit ihrer Domestizierung ein wechselvolles Schicksal erlebt.

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Insbesondere im Aberglauben kommt die zwiespältige Haltung gegenüber der Katze deutlich zum Ausdruck. - Balgen sich 2 Katzen vor der Tür, so gibt es Streit im Haus - Streicht eine Katze vor der Hochzeit um den Altar, so wird die Ehe unglücklich - Putzt sich eine Katze unter dem Fenster eines Kranken, so muß dieser sterben - Wer Katzen nicht mag, muß mit einem verregneten Hochzeitstag rechnen - Wer eine Katze schlägt oder ertränkt, hat sieben Jahre Pech hieß es unter anderem in Deutschland und der Schweiz.

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In Südfrankreich sollen die „Chats d´Argent“ oder Magatots, rein schwarze Katzen, in ein Haus, in dem sie liebevoll aufgenommen werden, Reichtum bringen. Als Glückskatzen gelten in England und Schottland ebenfalls schwarze Katzen, bei uns und in vielen anderen Ländern die drei- und vierfarbigen Schildpattkatzen und in China alte und besonders häßliche Katzen. Zu Pulver gebrannte Katzenleber helfe gegen Gallensteine; wer sich mit Katzengalle einreibe, sehe nachts so gut wie am Tage; einen Mann, der Katzenblut trinke, müßten die Frauen lieben; und der Harn einer Katze helfe gegen Trunksucht – so einige „Rezepte“ früherer Quacksalber.

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In einigen Landesteilen Äthiopiens wird der Braut heute noch als Garant für Fruchtbarkeit und Liebesfähigkeit eine Katze als Mitgift mitgegeben. Aussprüche wie „Es hagelt Katzen“ erinnern an die Katze als Wetterprophetin von meist schlechtem Wetter. In England etwa wurde geglaubt, alle Stürme würden von Hexen in Katzengestalt angeführt. Andernorts erhielten, etwa um schönes Wetter zu erhalten, Katzen Leckerbissen; oder um die Regenzeit zu beschleunigen, wurden Katzen, schwarze Katzen, ins Wasser geworfen oder auf einem Sessel um die Felder getragen.

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Die Katzen, die etwa im 6. Jahrhundert n. Chr. nach Japan kamen, waren lange Zeit Statussymbol der Adeligen und Reichen. Für das Wohlergehen der fünf Kätzchen, die ein von den Chinesen dem japanischen Kaiser geschenktes Katzenpärchen am 19.9.999 bekam, waren zwei eigens vom Kaiser ernannte Minister verantwortlich. Im 14./15. Jahrhundert kam dann allerdings der Glaube an den „Nekomata“, einen gefährlichen Katzendämon mit gegabeltem Schwanz, der sein Unwesen in den Bergen treibe, auf. Dabei glaubten die Leute, in jeder Frau, vor allem jungen Sängerinnen, und jeder Katze, vor allem alten Katzen, könne sich ein Nekomata verbergen, was beiden zum Verhängnis wurde.

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Katzenvorurteile